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20 Jahre Public Viewing: Prof. Dr. Madeja und die Erfindung des Public Viewings

Es sind nur noch wenige Wochen bis zur Fußball-Weltmeisterschaft der Männer in den USA, Kanada und Mexiko. Zwar hat die Bundesregierung für die Fußball-WM der Männer in diesem Sommer Ausnahmen zum Lärmschutz beschlossen, die Public Viewing bis spät in die Nacht ermöglichen, doch von Public Viewing ist bislang keine Spur. Die Fanmeile am Brandenburger Tor wurde abgesagt und auch in Köln oder in den fünf größten Städten Bayerns wird es zumindest kein offizielles Public Viewing geben. Zum einen wird dies mit den späten Anstoßzeiten begründet, aber auch ein vermeintlich abnehmendes Interesse bei Zuschauern und Sponsoren wird als Grund genannt. 

20 Jahre nach der Erfindung des Public Viewings scheint es also, als würden die deutschen Fans dieses Mal darauf verzichten müssen. Doch zumindest in Biergärten und weniger offiziellen Locations werden wieder zahlreiche Fußballfans vor den Bildschirmen und Leinwänden zusammenkommen. Aber wer erfand zur WM 2006 eigentlich das Public Viewing und wie wurde aus einem Fußballspiel im Stadion ein Event für alle?

„Ich habe alle Weltmeisterschaften seit 1954 miterlebt. Damals stand man noch zusammen um einen Rundfunkempfänger,” erinnert sich Prof. Dr. Alfons Madeja, Geschäftsführer der SLC Management GmbH. Er begann seine akademische Laufbahn an der F.A. Universität Erlangen-Nürnberg und brachte seine Expertise im Sportmanagement in den von ihm mitbegründeten Studiengang „Sportökonomie” der Universität Bayreuth ein. Außerdem gelang dem 1. FC Nürnberg 1985 der Aufstieg in die 1. Liga unter der Geschäftsführung von Madeja. Parallel dazu startete er seine unternehmerischen Aktivitäten, die ihn in zu einem Spezialisten in den Bereichen faktenbasierte Beratung, Marktforschung und Sportzertifizierung werden ließen. Darüber hinaus war und ist er ein Visionär, der Sport - aber auch kulturelle Veranstaltungen auf ein neues Level brachte und bringt.

„Dann kam die WM 2006, welche die bisherigen Events von Welt- und Europameisterschaften entscheidend verändern sollte,” fährt Prof. Madeja fort. Er hatte damals den offiziellen Auftrag von den Austragungsstädten erhalten, ein Konzept für die WM zu entwerfen. Eine entscheidende Frage war dabei, wie man Besucher aus dem Ausland dazu bringen konnte, nach Deutschland zu reisen, obwohl die Kartenkontingente begrenzt waren. Mit seinem Team entwickelte er die Idee, die WM nicht nur an den Spieltagen in den jeweiligen Städten, sondern insgesamt vier Wochen in allen WM-Städten und auch in ganz Deutschland durch entsprechende Eventkorridore und Eventmodule stattfinden zu lassen.

Zur datenbasierten Festigung dieser Konzeption führte Prof. Madeja weltweit Befragungen durch, um die Bedürfnisse, Wünsche und Verhaltensweisen der WM-Besucher zu erfassen. Zudem reiste Prof. Madeja mit seinem Team im Vorfeld der WM zur Europameisterschaft in Portugal 2004. Dort wurde das gesamte Großevent dokumentiert und analysiert und den Besuchern auch die entscheidende Frage gestellt: „Unter welchen Bedingungen würden Sie nach Deutschland kommen, auch wenn Sie keine Karte für ein Spiel haben?

Aus diesen Antworten heraus entwickelte Prof. Madeja das Konzept „Virtuelle Stadien & Public Viewing”, erstmals veröffentlicht 2004 in der Stuttgarter Zeitung. Es war eine bahnbrechende Veränderung, denn Menschen kamen nach Deutschland, obwohl sie keine Eintrittskarte ins Stadion hatten. Sie erlebten die WM-Atmosphäre trotzdem hautnah und gemeinsam mit Hunderttausenden überall im Land.

Fußball-Manager-Legende Reiner Calmund zu Professor Madeja:

"Als Erfinder des Public Viewings hast du Sportgroßveranstaltungen eine neue Qualität gegeben. Dies war damals 2006 eine wichtige Erfolgsgrundlage für das Sommermärchen in Deutschland. [...] Du bist der einzige, dessen Daten und Fakten ich voll vertraue. Vielen Dank für deine Pionierarbeit!"

"Mister Public Viewing im Interview" - Prof. Dr. Alfons Madeja

Spannende Hintergründe, Anekdoten und Fakten über die Entwicklung von Fußballgroßveranstaltungen  gibt die Video-Interview-Reihe anlässlich der Heim-EURO 2024 mit Prof. Dr. Alfons Madeja auf YouTube: Über die Entstehung von Public Viewing, Wünsche und Anforderungen von Fans, Effekte von WM/EM auf Städte, Vereine und Unternehmen und welche Rolle faktenbasierte Analysen dabei spielen.

>>> Zur großen Video-Interview-Reihe: "Mister Public Viewing" im Interview - YouTube


Zum WM-Barometer 2026 von SLC Management mit aktuellen Insights: #INSTANTINSIGHTS - Das WM-Barometer 2026 - Vol. 4


Für mehr Informationen oder Interview-Anfragen kontaktieren Sie bitte jederzeit gerne

Lea Härtel

Research Consultant

Assistance to the Managing Board

E-Mail: l.haertel@slc-ag.com

Fon: +49 (0) 911 - 54 81 830

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